Saison 2010/2011
Geschrieben von Webmaster am 06.04.2011
Die 2. Saison liegt hinter uns und mit Stolz kann man in Bremen wieder auf eine tolle Eishockeysaison zurückblicken. Mit Recht kann man in Bremen sagen, dass man in der Liga etabliert ist. Die Leistungen aus der Vorsaison wurden bestätigt, die Zuschauer bekamen attraktives Eishockey geboten und man ist in Bremen auf einem guten Weg das Eishockey als zweite Kraft in der "Fußballstadt" zu etablieren.
Natürlich darf man dabei den REV Bremerhaven nicht vergessen, denn ohne die gemeinsame Zusammenarbeit mit dem jetzigen Stammverein Bremer EC aus der Vorsaison wäre aus dem "Projekt Weser Stars" nicht das geworden, was es jetzt ist: Eine ernstzunehmende Kraft in der aktuellen Oberliga Nord. Schade ist natürlich, dass die Pinguine sich gegen eine weitere Zusammenarbeit entschieden haben und nicht den Weg mit in die Oberliga Nord gegangen sind. Aus der Sicht des Fanprojekts würde das Eishockey im Bundesland Bremen davon profitieren, denn eine ähnliche Konstellation wie bei den Indians/Braves in Hannover würde man in Bremen und hoffentlich auch in Bremerhaven gerne begrüßen. Wir vom Fanprojekt würden eine neue Zusammenarbeit 100%ig unterstützen.
Aber blicken wir zurück auf die abgelaufene Saison. Die Ligen unterhalb der 2. Bundesliga wurden neu strukturiert und aus der Regionalliga Nord wurde die Oberliga Nord. Nachdem der REV sich mehr auf seine Junioren konzentrieren wollte, die in die Bundesliga aufgestiegen waren, stand beim Bremer EC fest, dass man das Abenteuer "3. Liga" alleine gehen wird. Allerdings hatte die sportliche Führung beim Bremer EC jede Menge Arbeit vor sich, denn in erster Linie musste ein neuer Trainer her. Tray Tuomie, der Erfolgs-Coach der „Premierensaison“, nutzte die Chance und nahm den Posten als Co-Trainer bei den DEG Metro Stars an. Im Juni 2010 stand der neue Trainer fest und allein der Name entfachte eine kleine Euphorie bei den Fans in Bremen, denn mit Sergej Yaschin holte man sich einen erfahrenen Coach an die Bande. In Deutschland kennt man den früheren Olympiasieger und Weltmeister aus seiner Zeit beim EC Wilhelmshaven und bei den Piranhas in Rostock.
Aber welche Mannschaft wird er trainieren? Das war die nächste Frage! Das erfreuliche war natürlich die Zusage von den Spielern, Paul & Igor Schön, Anton Gluchich, Pepe Schmidt, Tim Maier, Bastian Kerkau und Tobias Schulte, die alle bereits in der Vorsaison das Weser Stars Trikot trugen – mit den Schön-Brüdern und Tim Maier sogar die Topscorer der Mannschaft! Nach den beiden Testspielen gegen den HSV (3:6) und Salzgitter Icefighters (8:5), in denen alle Spieler während der Tray-Out-Phase zum Einsatz kamen, stellte Sergej Yaschin seinen Kader vor und das Ziel war klar: Hinter den Favoriten aus Braunlage, Adendorf und Co soll wieder der 6. Platz anvisiert werden.
Die nächste Frage war natürlich, ob der Bremer EC auch finanziell für die Saison gut aufgestellt ist? Kurz und schmerzlos konnte man diese Frage mit einem deutlichen JA beantworten, denn schon frühzeitig stand der Etat auf sicheren Beinen und mit einem Schnitt von 150 Zuschauern kalkulierte man sehr bedacht! Um eine Verwechselung mit der WeserStars-Spielgemeinschaft auszuschließen wurde das Logo kurzerhand etwas angepasst. Die Spielzeit in der 3. Liga konnte also losgehen.
Das erste Spiel in Adendorf bei den favorisierten Heidschnucken ging zwar mit 2:7 verloren, aber das neuzusammengestellte Weserstars-Team zeigte bereits deutlich, dass es eine ernstzunehmende Mannschaft in der Oberliga Nord sein wird, wie die Ergebnisse danach zeigen. Gegen alle direkten Konkurrenten ging das Team von Sergej Yaschin als Sieger vom Eis. Nur gegen die Top-Teams der Liga musste man sich geschlagen geben. Allerdings gab sich die Mannschaft nie kampflos geschlagen und machte es den Mannschaften aus Braunlage, Timmendorf etc immer schwer. Bitter dagegen die herbe 6:12-Niederlage im Dezember und das ausgerechnet beim Hamburger SV. Glücklicherweise wurde das Spiel hinterher mit 5:0 für die Stars gewertet, da der HSV einen Spieler einsetzten, der nicht spielberechtigt war. Aber dieses Spiel machte deutlich, wo es während der ganzen Saison haperte! Während im Sturm gewirbelt wurde, war die Defensive das große Problem der Mannschaft. Vielleicht wäre die eine oder andere Überraschung drin gewesen, wie zum Beispiel bei der 3:6-Heimniederlage gegen Timmendorf im Dezember als man klar besser war als die Beach Boys. Das Abwehrproblem zeigte sich deutlich mit einem Blick auf die Abschlusstabelle der Hauptrunde, denn 145 Gegentore in 27 Spielen waren einfach zuviel. Nur der Hamburger SV und die Icefighters aus Salzgitter hatten mehr auf dem Konto. Trotz der „bescheidenen“ Abwehr holte die Mannschaft 31 Punkte.
Habe ich eben gesagt, dass die Weser Stars gegen keines der Top5-Teams punkten konnte? Das stimmt zwar, aber da war ja noch das Spiel am 16.01.2011 in Hannover bei den Braves. Mit einer Minimalbesetzung trat man beim sogenannten „Geheimfavoriten“ der Liga an und viele Chancen rechnete sich die Bremer Mannschaft nicht aus, doch es kam anders als erwartet. Der Minikader spielte die Braves zum Teil an die Wand und zeigte sich eiskalt vor dem Tor der Gastgeber. Noch 30 Sekunden bei einer 6:5-Führung waren noch zu spielen als man doch noch den Ausgleich hinnehmen musste. Die Enttäuschung war nur von kurzer Dauer, denn in der Verlängerung holte man sich den Sieg. Dass aus den 2 Punkten dennoch nichts geworden ist, konnte man zwar verkraften, aber dennoch war man nicht zufrieden mit der Entscheidung des Verbandes. Im Spiel stand Maksim Jar im Kasten der Stars, der bis auf ein kurzes Engagement bei den Wedemark Scorpions schon seit der Kindheit beim Bremer EC und im Verband gespielt hat. Da allerdings in der Oberliga Nord nur Deutsche Torhüter eingesetzt werden durften, wurde das Spiel in Hannover mit 0:5 gegen die Weser Stars gewertet. Komischerweise darf beim Adendorfer EC mit Michal Marek ein ausländischer Torwart spielen und dieser spielt erst seit wenigen Jahren in Deutschland, denn da griff der sogenannte „Bestandsschutz bei Torhütern“! Eine weitere Erklärung des Bestandsschutzes findet man in den Durchführungsbestimmungen vergeblich. Die Entscheidung des Verbandes nahm die sportliche Leitung der Weser Stars mit Protest zur Kenntnis und hakte das Thema ab!
Am Ende der Hauptrunde belegten die Weser Stars hinter den Top5-Teams einen respektablen 6. Platz und einen großen Anteil dabei hatte dabei sicherlich Igor Schön, der in 24 Spielen sage und schreibe 22 Tore erzielte und 28 Vorlagen gab. Auch im Bereich Fairness kann sich die Statistik sehen lassen, denn nur eine Spieldauerdauerstrafe und zwei Matchstrafen standen auf dem Konnte der Stars. Eine bekam Pepe Schmidt und die andere erhielt Ki-Hoon Han.
Und damit kommen wir auch schon zum „Paradiesvogel“ der Liga, denn der Südkoreaner kam im Dezember als Neuzugang zu den Weser Stars. Zwar spielte er auch bei den Braves vor, doch führte sein Weg an die Weser, wo er schnell einer der Publikumslieblinge wurde, trotz seiner zum Teil undisziplinierten Aktionen oder genau deswegen. Nach der Hauptrunde verließ „Chicken“, wie er bei den Mannschaftskameraden genannt wurde, wieder die Mannschaft Richtung Heimat.
Die Relegation fand ohne ihn statt, in der es die Mannschaft nochmal mit Braunlage, den „Crocos“ aus Hamburg und den Icefighters zu tun bekamen. Sowieso muss man sagen, dass diese Runde sportlich wertlos war, aber auch diese Spiele nahm man mit. Das 3:7 zuhause gegen die Crocodiles kostete am Ende den 2. Platz, aber mit 17:5 und 16:4 gegen die Icefighters durfte man die höchsten Siege in der noch jungen Geschichte der Weser Stars feiern und den Harzer Wölfen machte man es beim 1:4 „aufm Berg“ und 5:7 zuhause nochmal richtig schwer. Besonders bei der Niederlage zuhause gegen Braunlage wäre ein Sieg nicht unverdient, denn nach 40 Minuten führte man noch gegen die Harzer.
Das Fazit fällt bei allen gleich aus: Diese Saison hat Spaß gemacht und man freut sich schon auf die neue Saison, die mit der frühen Vertragsverlängerung von Sergej Yaschin schon im Februar in die Wege geleitet wurde. Aber nicht nur sportlich hat das Bremer Eishockey in der abgelaufenen Saison einen Sprung gemacht, denn auch die Fankultur fängt an zu wachsen. Mittlerweile hat sich ein kleiner Stamm an Fans gebildet, die lautstark für eine tolle Stimmung bei den Heimspielen gesorgt haben. Unvergessen natürlich die beiden Auswärtsfahrten mit dem Fanbus zu den Spielen nach Mellendorf zum letzten Spiel der Hauptrunde (26.02.2011) und nach Salzgitter zum letzten Saisonspiel (26.03.2011), bei denen jeweils zwischen 25-30 Fans die Mannschaft lautstark unterstützten. Alle die dabei waren ein großes DANKESCHÖN – ihr seid dabei gewesen bei den ersten von Fans organisierten Auswärtsfahrten in der Geschichte des Bremer Eishockeys. In diesem Sinne auch ein dickes DANKE an Frenzel-Reisen, die uns zu Top-Konditionen die Busse nach Mellendorf und Salzgitter zur Verfügung gestellt haben!
Wir vom Fanprojekt freuen und uns schon auf die nächsten Auswärtsfahrten mit euch und dass die Fankultur in der nächsten Saison einen weiteren Zuwachs bekommt.
In diesem Sinne wünschen Andreas und ich allen eine schöne Sommerpause!
Euer Alex
WeserStars-FanProjekt